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Was sich niemals wiederholt…

…das ist die Kindheit und das Vaterhaus!

Ein virtueller Einblick in eine zunächst glückliche Kindheit und Jugend in den 1920er und 1930er Jahren in Hemmerden. Vorgestellt anhand zweier zeitgenössischen Poesiealben und Familienbildern. Reinschauen lohnt sich…Derzeit auch als Ausstellung im Museum Villa Erckens vor Ort – mit Anmeldung unter kultur@grevenbroich.de und negativem Schnelltest (Stand 7.4.2021)! Es gelten die jeweils aktuellen Gesundheitsschutz-Maßnahmen. Oder Sie besuche die Ausstellung virtuell:

https://info-judentum.pageflow.io/poesiealben-hemmerden

Am besten auf PC oder Laptop anschauen, dann auch mit Ton- und Filmaufnahmen! Auf Mobil-Geräten mit Bild und Text…

Erinnerungen dürfen nicht verloren gehen.

Ein Beitrag von Heinz-Willi Herwagen. (© Text u. Bilder, 2021)

Familie Lambertz

Meine Großeltern Wilhelm Lambertz (geb. 1896) und Maria Sibilla Flück (geb. 1902) heirateten am 03. Oktober 1924. Vier Söhne und drei Mädchen waren ihr ganzer Stolz.

Opa Willi war als Schlosser/Monteur in vielen Ländern unterwegs und konnte seine große Familie gut versorgen. Meine Oma Maria kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder (geb. 1925, 1926, 1928, 1930, 1934, 1935, 1937).  

Johann, Maria Willi, Peter, Heinrich (v. l.)

Katharina

Henriette, Therese (v. l.)

 

Der 2. Weltkrieg war auch für die Familie Lambertz ein einschneidendes Ereignis. Sie verlor die drei ältesten Söhne im oder durch den Krieg. Auch ein Bruder meiner Oma fiel 1942.

Onkel Hans

Bereits als Zweijähriger fuhr ich zusammen mit meinen Großeltern nach Belgien, um das Grab des mir unbekannten Onkel Hans zu besuchen. Bei den Großeltern war dann immer eine große Traurigkeit zu erkennen. Selbst damals nach fast zwanzig Jahren war der Verlust des Sohnes nicht begreifbar.

Aus Erzählungen und von verschiedenen Postkarten weiß ich, dass Onkel Hans, der Erstgeborene, ein freundlicher, pflichtbewusster und vorbildlicher Sohn und Bruder war.

Er kümmerte sich um die „Kleinen“ und unterstützte seine Mutter, wenn der Vater beruflich unterwegs war.

Johann Heinrich Lambertz

geboren: 20. Januar 1925 in Gustorf

gefallen: 6. September 1944 in Beesines-Frankreich

Beruf: Kellner

Seine Ausbildung absolvierte Hans in einem Düsseldorfer Hotel, einige Jahre später war er im Hotel Bristol in Warschau angestellt.

Bahnhofshotel
Hans als Kellner
Sterbefallanzeige

Hans kam 1944 in Frankreich ums Leben und wurde zuerst auf einem französischen Soldatenfriedhof beigesetzt. Heute liegt er auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Lommel – Belgien.

Auf einer Fläche von insgesamt 16 ha liegen hier 542 Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg und 38.560 Gefallene aus dem Zweiten Weltkrieg. (Quelle Wikipedia)

Soldatenfriedhof in Lommel
Grab von Hans in Lommel

Zusammen mit den noch lebenden Geschwistern besuche ich auch heute noch gerne das Grab.

Onkel Heinz

Den Bezug zu meinem Onkel Heinz fand ich als Kind natürlich über den gleichen Vornamen. Das Foto von ihm an der  Wand im Wohnzimmer meiner Großeltern zeigte einen jungen Kerl, der in den letzten Kriegstagen durch den Diensttausch mit einem Kameraden im Panzer sein Leben verlor.

Für Heinz stand früh fest, den Beruf des Soldaten auszuüben. Heinz kam 1940 in die Unteroffiziersvorschule nach Jülich. Gewissenhaftigkeit und Vorbild lebte er den Kameraden vor.

Heinrich Lambertz             

geboren: 13. November 1926 in Gustorf

gefallen: 6. Mai 1945 in Zobten a. Berge (heute Polen)

Beruf: Berufssoldat

Er kam bei einem der letzten Einsätze in der Nähe von Breslau um. Er verbrannte im Panzer.

Eidesstattliche Erklärung

Totenzettel von Hans und Heinz

Onkel Peter

Nach der Schule ergriff mein Onkel den Beruf des Schusters.

Seine beiden älteren Brüder waren bereits Opfer des Krieges geworden. Daher war es für meine Großeltern ein weiterer Schock den dritten Sohn zu verlieren.

Bei Aufräumarbeiten in Aachen explodierte eine Granate, die Peter so stark verletzte, dass er 1948 nach langem Kampf klaglos und sein Ende vorausschauend  an den Folgen verstarb.

Peter Lambertz                  

geboren: 23. Juni 1928 in Gustorf

gestorben: 7. Oktober 1948 in Gustorf

Beruf: Schuster

Er wurde auf dem Friedhof in Gustorf beigesetz. Den beiden im Krieg umgekommenen Brüdern wurde mit einer Inschrift auf Peters Grabstein gedacht.

Das Grab in Gustorf

Totenzettel Peter

Nach der Umgestaltung der Gedenkstätte der beiden Weltkriege auf dem Gustorfer Friedhof wurden die Verstorbenen und Gefallenen  umgebettet und zusammengelegt.

Gedenkstätte der Weltkriege
Inschrift Hans, Heinz und Peter

Auf dem “Gedenksarg” sind die drei Brüder erwähnt.

Familie Lambertz in den 50zigern

v. l.: Tante Jetti, Opa, Tante Käthi, Oma, Onkel Willi und Mama Resie

Die Familie Lambertz musste mit dem Schmerz der verlorenen Söhne zurechtkommen. Es kamen Schwiegersöhne und Enkelkinder dazu, die meine Großeltern sehr stolz machten.

Die Erinnerungen an Hans, Heinz und Peter bleiben.

Auch andere Familien mussten schlimme Schicksalsschläge aushalten. Wer schweres erlebt hat, kann beurteilen, was Frieden bedeutet, den es zu erhalten gilt, für die Zukunft unserer Nachkommen.

Kriegsgräber mahnen zum Nachdenken.

Heinz-Willi Herwagen (Neffe), Gustorf 2021

Wir vom Netzwerk “Kriegstote Grevenbroich” bedanken uns herzlich bei Herrn Herwagen für die Zuverfügungstellung des Textes und der Bilder, um uns und auch dem Leser am Schicksal seiner Familie teilhaben zu lassen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn uns noch viele Bilder, Geschichten oder Beiträge erreichen. Nehmen Sie hierzu gerne Kontakt mit dem Netzwerk “Kriegstote Grevenbroich” auf.

Holocaustgedenktag 2021

Vor 25 Jahren hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog im Jahr 1996 den 27. Januar zum Holocaust-Gedenktag ernannt.

Dieser Gedenktag erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Auschwitz ist zum Inbegriff des Holocaust geworden.

In dem Vernichtungslager an der polnischen Grenze wurden bis zu 1,5 Millionen Menschen, Juden und andere NS-Opfer, in beispielloser Weise ermordet. Doch hinter der unvorstellbaren Millionenzahl der Opfer, die im Todeslager nur als eintätowierte Nummern geführt wurden, verbergen sich konkrete Namen und Biographien. Sie alle hatten eine Kindheit und Jugend, überwiegend trotz Antisemitismus eine glückliche Zeit in ihren Familien, ihren Heimatdörfern und ihrem Vaterland.

Nach Recherchen des Arbeitskreises Judentum im Geschichtsvereins Grevenbroich gibt es über 200 Holocaustopfer, die im heutigen Stadtgebiet Grevenbroich geboren oder hier länger gelebt haben und in KZs und Vernichtungslagern ermordet wurden. 18 Grevenbroicher*innen davon sind – zum Teil mit ihrer gesamten Familie in Auschwitz ermordet worden.

Als das KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 von russischen Truppen befreit wurde, lebten nur noch wenige Tausend Insassen, darunter befanden sich nur drei der Grevenbroicher Holocaust-Opfer: Josef Katz, Henny Sachs-Aussen und ihre Tante Klara Aussen. Die beiden Frauen aus Hemmerden überlebten sinnnlose medizinische Menschenversuche in Auschwitz, an deren Folgen Klara Winter wenige Wochen nach ihrer Befreiung am 3. März 1945 in Auschwitz verstarb.

Von ihr hat sich ein Poesiealbum aus dem Jahr 1908 erhalten und ihrer Nichte schenkte sie 1930 ebenfalls ein noch erhaltenes Poesiealbum, in dem sie ihre glückliche Kindheit, Jugend und Familienzeit in Hemmerden mit dem Poesieeintrag „O Vaterhaus“ beschreibt.

Ihrer, aller Grevenbroicher Holocautopfer und der vielen, die ohne Namen ermordet wurden, wollen wir mit der Namensverlesung erinnern. Hinter jedem dieser Namen und Daten verbirgt sich ein Leben, eine Biographie, Wünsche, Hoffnungen und Träume…

www.anchor.fm/gegen-das-vergessen

Sie finden die Namen auch unter:

http://www.juden-grevenbroich.de/namen-stadtteile/

Was können Sie noch zum Holocaustgedenktag machen? Sie sind gerne eingeladen, sich an der weltweit größten social-media-Kampagne #WeRember #WirErinnernUns zu beteiligen. Machen Sie ein Selfie von sich mit dem Hashtag #WeRember #WirErinnernUns und laden Sie ihn auf ihren social media Auftritten los oder schicken Sie diesen per PN an @Gegen.Das.Vergessen

 

2. Weihnachtstag 1951

Warum starben sechs Jahre nach Kriegsende die beiden Brüder Peter Josef (12) und Anton (9) sowie ihr Freund Hans (11) aus Gindorf noch als Kriegstote?!?

Vor einigen Wochen haben wir gemeinsam mit dem Verein Luftschutzanlagen Rhein Kreis Neuss e. V. das „Netzwerk Kriegstote“ gegründet und forschen seitdem intensiv zu diesem Thema. Heute wollen wir einen Einblick in unsere Arbeit geben.

Der Begriff „Kriegstoter“ umfasst alle Personen, die direkt oder indirekt durch die Kriegseinwirkungen gestorben sind. Darunter fallen auch unzählige Kinder, die in der Nachkriegszeit mit Blindgängern und Munition “spielten“ und dabei ihr Leben verloren. Auch an ihr Schicksal sollen die Kriegsgräberstätten erinnern.

So geschehen am zweiten Weihnachtstag 1951 in Gustorf/Gindorf, wo vier Jungs auf dem Gelände des ehemaligen Luftwaffen Munitionsdepots in den Trümmern der gesprengten Munitionshallen spielten. Dabei zogen sie an einem heraushängenden Draht und lösten so eine gewaltige Explosion aus. Den Urkunden zu folge, starben die beiden Brüder Peter Josef (12 Jahre) und Johann Anton (9 Jahre) sowie Hans Fritz Hermann (11 Jahre) um 15:45 Uhr am 26. Dezember 1951 durch die „vollständige Zerreißung durch Explosion eines Sprengkörpers“, wie es in den Unterlagen heißt. Der vierte Junge wurde zwar verletzt, aber er überlebte die Detonation.

Die Mutter der getöteten Brüder hatten bereits 1942 Ihren Ehemann verloren. Mit dem Unglück am zweiten Weihnachtstag 1951 nahm ihr der Krieg, der schon 6 Jahre lang beendet war auch noch die Kinder.

Die beiden Fotos zeigen die gesprengten Munitionshallen im Gustorfer Bend. NGZ-Artikel vom 27.12.1951 gefunden im Stadtarchiv Neuss.
(Stefan Rosellen/Verein Luftschutzanlagen Grevenbroich e.V.)

Trauer um Dr. Friedrich Schmitz

Wir trauern um unseren Ehrenvorsitzenden Dr. Friedrich Schmitz (7.5.1940-19.12.2020).
 
Er gehörte im Jahr 1977 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, führte nach Gründung die Geschäfte und war von 1996 bis 2018 unser Vorsitzender.
 
Wie kaum ein anderer stand er für das geschichtliche Bewusstsein in unserer Heimatstadt. Sein Sachverstand und seine Kenntnisse über die Geschichte Grevenbroichs, die er in zahlreichen Beiträgen veröffentlichte, werden uns fehlen.
 
Vielfache Auszeichnungen wie der Rheinlandtaler 1994 oder der Heimatpreis des Kreisheimatbundes 2007 begleiten den Weg und die Arbeit von Friedrich Schmitz im Geschichtsverein. Am wichtigsten war es aber, dass er es verstanden hat, Geschichte lebendig werden zu lassen. Dabei war er nie nur an Zahlen und Daten interessiert, sondern immer an den Menschen, die durch ihre Persönlichkeit und ihr Wirken ihr Umfeld, ihre Stadt und die Region geprägt haben, eben Geschichte geschrieben haben Er selbst ist durch sein Engagement und sein Wirken Teil unserer Stadtgeschichte. In Anerkennung seiner Verdienste um den Verein wählte ihn unsere Mitgliederversammlung einstimmig 2018 zum Ehrenvorsitzenden
 
Seine ruhige, stets hilfsbereite und humorvolle Art zeichneten seine Persönlichkeit aus. Anfang Mai konnten wir noch gemeinsam mit Friedrich Schmitz und seiner Familie seinen 80. Geburtstag feiern. Nun müssen wir von ihm Abschied nehmen.
 
Wir trauern mit Deiner Familie. Wir werden Dich nicht vergessen und fühlen uns Deinem Vermächtnis verpflichtet, lieber Friedrich.
 
Ulrich Herlitz – Cornelia Schulte – Thomas Wolff – Achim Kühnel
Vorstand Geschichtsverein Grevenbroich und Umgebung e.V.
 
Einen Nachruf unseres Vereins auf Friedrich Schmitz finden Sie auch in der Ausgabe der NGZ vom 23. Dezember 2020:
 

Neues Projekt

In Zeiten von Kontaktsperren und Lock-Down im Kulturbereich wollen wir nach neuen Präsentationsformen Ausschau halten. Zum Auftakt des Projektes “Kriegstote Grevenbroich” hier unsere kleine Präsentation zum Projektauftakt anlässlich des Volkstrauertages.

Die Rheinische Post/NGZ berichtet hierüber auch in ihrer Ausgabe 
NGZ 16.11.2020 – Neues Netzwerk der Erinnerung:

Projekt “Kriegstote” Volkstrauertag 2020

Nie wieder – Never again!

Am 15. November 2020 wird in Deutschland der Volkstrauertag als stiller Feiertag begangen. In diesem Jahr sind alle öffentlichen Veranstaltungen pandemiebedingt aus Gesundheitsschutzgründen abgesagt.

Grund genug, in Erinnerung an die Kriegstoten – gefallene Soldaten aller Nationen, zivile Bompenopfer, Vermisste, Zwangsarbeiter*innen und Holocaustopfer – unser neues gleichnamiges Projekt vorzustellen. Wir wollen ein Netzwerk aufbauen, mit dem wir der Grevenbroicher Kriegstoten, aber auch Leid und Schrecken, die der 2. Weltkrieg als Vernichtungskrieg über Deutschland, Europa, ja die ganze Welt gebracht hat, gedenken. Mehr davon morgen in einer Online-Präsentation an dieser Stelle und auf social media und Montag in der Lokalausgabe der Rheinischen Post/NGZ!

Der Volkstrauertag steht 2020 unter dem Vorzeichen des 75-jährigen Kriegsendes. Der englische Kronprinz Charles wird die Gedenkrede im Deutschen Bundestag halten.

Liveübertragung ZDF Volkrstrauertag Bundestag 2020

Übertragung Sonntag, 15. November 2020, ab 13.30 Uhr

Am vergangenen Sonntag haben wir die Biographie von Liesel Katz und ihren Eltern aus Grevenbroich vorgestellt. Heute leben die beiden Töchter Joan und Mari in Englanf. Als jüdische Holocaustüberlebende de 2. Generation hat Marion im letzten Jahr wieder die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen. Ein großer Vertrauensbeweis in unsere Demokratie, aber auch Verwantwortung und Verpflichtung zugleich…

Ihr Großvater, der Pferde- und Viehhändler Alex Katz, kämpfte selbstverständlich als Kavallerist für sein Vaterland, als Kaiser Wilhelm Ende August 1914 keine Parteien, keine Konfessionen und Unterscheide, sondern nur noch Deutsche kannte.

Sein Vaterland hat es Alexander Katz nicht gedankt, der mit seiner Frau Elfriede aus Deutschland illegal nach Belgien und Frankreich fliehen musste und am 4. September 1942 in Auschwitz ermordet wurde.

Diese und andere Biographien Grevenbroicher Kriegstoten lehren uns:

“Nie wieder! Never again”

Bisher sind als Netzwerkpartner beteiligt: Verein Luftschutzanlagen Rhein Kreis Neuss e.V., Arbeitskreis Familienforschung & Arbeitskreis Judentum im Geschichtsverein Grevenbroich, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke/Archiv im Rhein-Kreis Neuss, Stadt Grevenbroich Bürgermeister Klaus Krützen/Stadtarchiv Grevenbroich, Reservistenkameradschaft Grevenbroich.

Liesel Katz und ihre Eltern

– eine jüdische Geschichte von Emigration und mißglückten Fluchten –
 
Der Lockdwon im Kulturbereich trifft auch uns, zum einen mit unserem Vortrags- und Ausstellungprogramm im Museum in der Villa Erckens, aber auch mit unseren öffentlich noch geplanten Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Dies gilt zunächst für den Monat November und wir müssen weiter sehen, was Pandemiebekämpfung und Gesundheitsschutz eventuell noch von uns allen abverelangen.
 
Gleichwohl wollen wir versuchen, auch neue Präsentationsformen im Geschichtsverein anzubieten. Am Sonntag, den 8. November 2020, haben eine Online-Präsentation zu Liesel Katz vorgestellt. 
 
 
Die Grevenbroicherin Lieselotte Katz war mit ihren Eltern auf der Orkenerstraße 92 im Grevenbroicher Bahnhofsviertel heimisch war.
 
Lieselotte Katz hat als 16-jähriges Mädchen im Januar 1933 ein Tagebuch geschenkt bekommen, dass noch erhalten ist. Sie floh ebenso wie ihr Bruder 1937/38 aus Grevenbroich, sie nach Palästina, er nach Südafrika. In Palästina trat sie den weiblichen Hilfskräfte der britischen Airforce bei, um ihren späteren Mann Helmut Katz aus Köln, der mit ihrem Bruder auf dem selben Schiff nach Südafrika kam, als Militärangehörige heiraten zu können.
 
Sie lebten nach der Heirat in Südafrika, wo die beiden Töchter Joan und Mari geboren wurden.
 
Joan & Mari leben heute in England und werden die Geschichte ihrer Mutter vorstellen. Mit vielen Bildern, Dokumenten und Zitaten aus dem Tagebuch ihrer Mutter. Die Tagebuchauszüge sind vond er Schauspielerin Katja Heinrich eingesprochen worden. Joan & Mari´s Großeltern Alex und Elfriede Katz flohen illegal nach Belgien und dann nach Frankreich, wurden jedoch interniert und über Drancy im September 1942 via Drancy nach Auschwitz deportiert und wurden dort ermordet.
 
Joan & Mari haben sich viel Mühe mit der Präsentation gemacht und – wenn Corona es zuläßt – wollen Sie im nächsten Jahr zu einer Gedenk- und Begegnungswoche nach Grevenbroich kommen.
 
Joan ist darüber hinaus Künstlerin und setzt sich mit ihrer Familiengeschichte, aber auch dem Thema Flucht künsterlisch auseinander.
 
Eventuell planen wir im kommenden Jahr im November 2021 auch einen Kunst-Workshop mit Joan zum Thema.
 
Sie sehen, eine sehr interessante Biographie und eine sicher lohnende virtuelle Veranstaltun, die wir demnächst auch dauerhaft online stellen. 
 
Ein Dank gilt der Initiative “Demokratie leben!” im Rhein-Kreis Neuss, die die Erstellung der Multimediapräsentation unterstützt!
 
Bleiben wir alle gesund…
…und auch geschichtsbewusst!
 
 

Geschichten aus Wevelinghoven

Vortrag 1. Oktober 2020, 19.30 Uhr – Museum Villa Erckens:

“Sonntags um 11 Uhr geht man zum Boxring. Am Wochenende laufen im Burgtheater die neuesten, teilweise skandalösen Filme. Internationales Flair entfaltet sich auf der Pferderennbahn an der Erftruhe. Berühmte Persönlichkeiten aus Wevelinghoven schreiben Geschichte. Das im Jugendstil erbaute Rathaus entfaltet repräsentativen Glanz in der Stadt. Die Poststrasse ist autofrei. Sechs junge Frauen verlieren ihr Leben bei einer Explosion in der Pulverfabrik. Im Keller des „Alten Pastorates“ wird während eines Luftangriffs ein Junge geboren. Im Kloster Langwaden beten Nonnen stehend bis zu 9 Stunden am Tag.”

Jahr für Jahr hat der Autor Dr. Friedrich Schmitz Geschichten aus Wevelinghoven im Jahreskalender des BSV Wevelinghoven aufgeschrieben. Helmut Coenen und Kerstin Buchholz  tragne aus dem Sammelband, den der Geschichtsverein aus Anlass des 80. Geburtstags von Dr. Schmitz als Ehrenvorsitzendem im Geschichtsverein herausgegeben hat, vor. Ein Muss für jeden Fan von Wevelinghoven und der Region…

Anmeldung erforderlich kultur@grevenbroich.de oder Tel.: 02181-608-656  – es gelten die Corona-Gesundheitsschutzmaßnahmen des Museums!