Die Schlacht im Hürtgenwald

Heute hätten wir aus Anlass des 75. Jahrestages des Kriegsendes eine Exkursion in die Eifel nach Vossenack angeboten, um den Spuren der “Schlacht im Hürtgenwald” zu folgen. Die Ardennenoffensive bzw. Schlacht im Hürtgenwald – auf amerikanischer Seite “battle of te Bulge” genannt – fasst drei Abwehrschlachten der Wehrmacht gegen die angreifende US Army  zusammen, die im Gebiet der Nordeifel gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1944 stattfanden; sie zählen zu den schwersten Kämpfen der US-Armee im Zweiten Weltkrieg überhaupt. Bei Vossenack wollten wir mit unserem sach- und fachkundigen Referenten RA Ingo Hamecher den Spuren der ersten, nach dem Zeitpunkt des Beginnes benannte “Allerseelenschlacht” nachgehen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wir bieten “nach Corona” einen Alternativtermin an…

Das Schicksal von Richard Boenisch

Ein „Erlebnisbericht“ aus der Familienchronik von Stefan Faßbender (Arbeitskreis Familienforschung)

Oder auch

– warum es nie wieder Krieg geben darf!

– warum Ahnenforschung eigentlich die Erforschung von Familiengeschichten und Familienschicksalen ist!

Eine der bewegendsten und traurigsten Geschichte in meiner Familienchronik war die Erforschung des Lebens meines Großonkels Richard Boenisch aus Gross-Schnellendorf in Oberschlesien. Es hat mehr als 70 Jahre gedauert, den Verbleib des Bruders meines Großvaters zu klären.

© Stefan Faßbender

Mit Beginn meiner Ahnenforschung vor 20 Jahren sammelte ich eigentlich nur Daten und Bilder aus der Familie. Dabei stieß ich auf ein altes Hochzeitsfoto aus dem Jahr 1925 auf dem ein Ehepaar mit Kind zu sehen war, welches ich aber nicht zuordnen konnte. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um einen Großonkel mit Familie von mir handelte. Jedoch konnte mir niemand irgendwas über die Personen, deren Leben oder Verbleib sagen. Nach vielen und langwierigen Recherchen konnte ich jedoch das oben gezeigte Kind ausfindig machen und Kontakt mit ihm aufnehmen. Es war ein Großcousin von mir, der bereits älter als 80 Jahre alt war. Trotz seines hohen Alters und seiner Lebensgeschichte war er bereit, mir ausführliche Auskünfte über sich, seine und unsere Familien zu geben.

Die mir unter nicht endenden Tränen geschilderte Lebensgeschichte möchte ich daher in kurzen Auszügen darstellen:

„Da ich mich selbst noch in Kriegsgefangenschaft befand, kann ich die Geschehnisse aus dem März 1945 nur so weitergeben, wie sie mir erzählt wurden. … Mein Vater Richard und seine Frau Anna lebten und arbeitete auf ihrem Hof in Holzmühle (Gross-Schnellendorf). … Mit dem Einmarsch der russischen Armee in Oberschlesien wurde mein Vater als gewöhnlicher Zivilist nach Russland verschleppt. … Dort soll er dann verstorben sein. … Mein Bruder Helmut war Soldat. Über seinen Verbleib kann ich leider nichts sagen. Vermutlich ist er als Soldat irgendwo verstorben. … Meine Mutter starb wohl an einem Herzinfarkt als die russische Armee die letzte Kuh aus dem Stall holen wollte. … Ein Sterbeeintrag oder ein Grab war jedoch nie zu finden….“

Diese Worte und die Traurigkeit eines alten Mannes, der zeitlebens auf der Suche nach seinen Familienangehörigen war, haben mich damals so sehr bewegt und ergriffen, dass ich mich seit diesem Zeitpunkt immer wieder auf die Suche nach der Familie gemacht habe. Letztendlich bedurfte es dann aber mehr als 15 Jahre und viel Glück, bis ich zumindest das Schicksal von Richard Boenisch klären konnte.

Aus einer nicht mehr nachzuvollziehenden „Laune“ heraus stellte ich beim Deutschen Roten Kreuz eine Suchanfrage zu meinem Großonkel. Eigentlich hatte ich die Erwartung dort keine Ergebnisse erzielen zu können, da mein Großcousin in den Nachkriegsjahren bereits immer wieder negative Mitteilungen von dort erhalten hatte. Dass die sogenannten „Geheimakten“ der Sowjetunion vor einigen Jahren von der Ukraine an das Deutsche Rote Kreuz übergeben wurden und seitdem ausgewertet werden, wusste ich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht. Nachfolgenden Brief mit der Kopie der Gefangenenakte, die von mir aus dem Russischen übersetzt wurde, erhielt ich nach nur einigen Wochen.

© Stefan Faßbender

Die fast drei Wochen dauernde und über 1.300 km entfernte „Reise“ von Friedland (heute Korfantow) nach Odessa in der Ukraine, wird ihn bereits so geschwächt haben, dass er im Arbeitslager keine zwei Monate überlebte und am 06. Juni 1945 an Unter- bzw. Fehlernährung starb.

Meine bisherigen Recherchen ergaben, dass eine Unmenge deutscher Zivilisten und Soldaten zur Zwangsarbeit nach Odessa „verschleppt“ wurden. Grund hierfür war das Verlangen nach schnellem Wiederaufbau der Hafenanlagen in Odessa, die durch deutsche Kriegshandlungen fast vollständig zerstört wurden. Die Sowjetunion benötigte diesen Seezugang dringend zum Wiederaufbau ihres Landes und auch zur Verstärkung ihrer militärischen Macht. Genaue Informationen über die einzelnen Arbeitslager sind nur schwerlich zu bekommen, da durch die Vielzahl von Sterbenden innerhalb von kurzer Zeit, Lager immer wieder zusammengelegt wurden und eine neue Nummer bekamen. Genauere Schätzungen, wie viele Menschen diese Gefangenschaft überlebt haben, gehen sehr auseinander und können mit keiner Verlässlichkeit wiedergegeben werden. Fakt ist jedoch, dass es in Odessa eine enorm hohe Sterblichkeitsrate von bis zu 90% gab.

In dem mehr als fünf Jahre lang dauernden Krieg haben die Wehrmacht und SS den größten Teil Europas besetzt, ausgeplündert und auf ihrem Rückzug verwüstet. Mit der später als „Nerobefehl“ bekanntgewordenen Taktik der verbrannten Erde vom 19. März 1945 (zugleich der Tag an dem die russische Armee den Heimatort meiner Großeltern erreichte), wurden die Zerstörungsmaßnahmen auch auf die Infrastruktur auf deutschem Boden ausgeweitet, obwohl die Niederlage des Krieges bereits unausweichlich war. Die sogenannten „ALRZ Maßnahmen“ in den besetzten Gebieten, die wie zum Beispiel in der Sowjetunion bereits zu zahlreichen Zerstörungen und Kriegsverbrechen geführt hatten, sorgten so dafür, dass noch viele Soldaten und Zivilisten gegen Ende dieses völlig sinnlosen Vernichtungskrieges absichtlich in Tod, Gefangenschaft und Endphasenverbrechen geschickt wurden.

So etwas darf nie wieder passieren!

Meinem Großcousin konnte ich dieses Suchergebnis und die Gewissheit über den Verbleib seines Vaters leider nicht mehr mitteilen, da er bereits kurze Zeit nach unserem Gespräch verstarb.

Meine Suchen nach der Mutter und dem Bruder führten bisher zwar nicht zu einem Ergebnis, zeigen mir aber, dass Ahnenforschung sehr spannend, bewegend und vieles Mehr sein kann, als nur das Sammeln von Fakten.

Die Bedeutung von Totenzettel

Ein Beitrag von Bernd Mockel (Arbeitskreis Familienforschung).

Bis vor 20 bis 30 Jahren waren sie noch bei jeder Beerdigung dabei. Es waren einfache oder gefaltete Zettel mit den wichtigsten Lebensdaten der Verstorbenen. In der Messe oder der Trauerfeier wurden sie an die Trauergäste verteilt. Der Brauch war früher im gesamten katholischen Europa verbreitet und wird regional immer noch gepflegt. Doch in unserer Gegend sind sie leider nicht mehr angesagt.  Denn aus heutiger Sicht sind diese Totenzettel für Ahnenforscher eine unverzichtbare Quelle, um etwas mehr über die Vorfahren zu erfahren.

Im weiteren Sinn versteht man unter Totenzettel auch Todesnachrichten, die früher im Ort verteilt oder versandt wurden. Was heute die Todesanzeige in einer Zeitung macht, wurde damals mit der Verteilung der Totenzettel erreicht. Auch sollte das Gebet für den Verstorbenen und seine Familie erbeten werden und zur kirchlichen Trauerfeier einladen.

Gewiss in manchen Zetteln wurde zu viel des Lobes über den Verstorbenen oder die Verstorbene geschrieben. Aber die Zettel sagen viel über das Lebenswerk der Toten aus. Was waren die Vorlieben, was wurde für Zwischenmenschliches geleistet und in welchem Milieu lebte die verstorbene Person.

Nach dem Studium eines Totenzettels wusste der Leser nicht nur wo und wann der Tote geboren, geheiratet und verstorben war. Man wusste auch, wer der Ehepartner war und wie viele Kinder aus der Gemeinschaft entstanden waren. Manchmal stand auch die Todesursache auf dem Zettel. Bei gefallenen Soldaten konnte man die Kriegsstationen des Verstorbenen nachverfolgen und wusste, bei welchen Einheiten der Tote gedient hatte. Für Totenzettel gilt das gleiche wie für Fotos. Je älter – umso wertvoller.

© Bernd Mockel

Die ältesten Totenzettel in meiner Sammlung sind die meiner Ururgroßeltern – also Altgroßeltern nach der Benennung der Ahnen – aus dem Jahre 1888. Das Besondere daran, sie starben beide auf Ostern. Heinrich Tillmann am Ostersonntag, 01. April und Elisabeth Tillmann geb. Biermann am Ostermontag, 02. April. Gemeinsam wurde sie am 04. April 1888 in Bedburdyck beerdigt. Ohne Totenzettel wüsste das heute keiner mehr.

Auch wenn die Totenzettel meistens schwarz gedruckt wurden, so sind sie doch sehr oft mit Bildern und kunstvollen Rändern geschmückt. Natürlich gibt es auch farbige Totenzettel. Aber das ist die Ausnahme. Manche Zettel zeigen auch Fotos von den Verstorbenen. Der Gestaltungsfantasie waren und sind keine Grenzen gesetzt.

In den letzten 20 Jahren habe ich viele Totenzettel gesammelt. Die Zettel werden sortiert, gescannt und ins Internet eingestellt. Hier arbeite ich mit Josef Wißkirchen von der Sammlung Rhein Erft Geschichte aus Stommeln zusammen. Herr Wißkirchen war früher Lehrer am Erasmus Gymnasium in Grevenbroich und ist mehrfacher Autor von Büchern über seine Heimatregion. Die Sammlung umfasst beinahe 45.000 Totenzettel. Aus dem Bereich Wallrath/Rath konnte ich bisher rund 700 Zettel beisteuern. Einfach “www.rhein-erft-geschichte.de/totenzettel/” eingeben und mal stöbern.

In vielen Familien liegen sie noch irgendwo im Schrank und werden dann möglicherweise vielleicht achtlos von Kindern und Enkel entsorgt. Das wäre sehr schade. Wer also Totenzettel hat, kann mir (Bernd Mockel) diese zur Verfügung stellen. Nach dem Einscannen gebe ich die Totenzettel garantiert unbeschadet zurück und die Geschichte unserer Vorfahren ist um eine Erinnerung reicher.

Zur Kontaktaufnahme und Abstimmung der Vorgehensweise bitte ich um Verwendung folgender Mail-Anschrift:

familienforschung-grevenbroich(at)t-online.de

Geburtstagsglückwünsche

Unser Ehrenvorsitzender Dr. Friedrich Schmitz vollendet heute seinen 80. Geburtstag. Wir wünschen dem Grevenbroicher und Wevelinghovener Urgestein alles Gute, Gesundheit und Glück im Kreise seiner Familie.
Dr. Schmitz gehörte nicht nur zu den Gründungsmitgliedern des Geschichtsvereins, sondern auch von Anfang an dem Vorstand, zuletzt über Jahrzehnte als Vorsitzender, an. Damit ist er selber ein Stück Grevenbroicher Stadtgeschichte, der nach der kommunalen Neugliederung den Blick ” über den Tellerrand” in vielschichtiger Weise erweitert und das Bewusstsein für Lokal- und Regionalgeschichte mitgeprägt hat.
Wir sind ihm sehr dankbar dafür!


Ehrenvorsitzender Dr. Friedrich Schmitz – NGZ-Foto Anja Tinter

Aus Anlass seines Geburtstages haben wir eine kleine Festgabe unter dem Titel “Jahr für Jahr” mit seinen alljährlichen Beiträgen im Wevelinghovener Heimatkalender aus den letzten knapp dreißig Jahren zusammengefasst. Für die moderne Gestaltung, Layout und gelungene Fotodokumentation zeichnet die Fachwerkstatt Coenen verantwortlich.

Heute berichtet die NGZ in der Lokalausgabe Grevenbroich darüber…

 

Familiengenealogie

“Wie viele bürgerliche Familien kennen die Namen und Schicksale ihrer Vorfahren der fünften Generation? Sicher nicht allzuviele, denn seit die Eintragungen in der Familienbibel außer Gebrauch gekommen sind, besteht keine häusliche Aufzeichnungsstelle mehr, und die mündliche Tradition reicht höchstens bis zu den Eltern der Großeltern eines Familienhauptes. Dies ist sehr zu bedauern, denn aus dem Bewußtsein tüchtiger Vorfahren wächst der richtige Familiensinn, das Streben, sich ihrer wert zu erhalten und auch die Kinder wieder im selben Geiste zu erziehen. Unsere hastig lebende und schnell vergessende Zeit hätte es sehr nötig, dies stark geschwundene Familienbewußtsein wieder zu pflegen, indem die Eltern niederschrieben, was sie von den Vorfahren wissen, und das Buch zur Wetterführung ihren Kindern hinterließen.”
So warb die seinerzeit populäre Zeitschrift Gartenlaube in einem Artikel 1899 (Heft 12/S.388) für das in Breslau im Verlag G.P. Adersholz neu erschienenen Buch “Familiengenealogie” von B. Leuschner.
Bis heute hat die Familiengenealogie ihre Faszination nicht verloren. Unser Arbeitskreis Familienforschung hätte heute wie jeden ersten Donnerstag eines Monats eine familiengenealogische Sprechstunde angeboten. Sie können Ihre Fragen aber auch per mail an familienforschung-grevenbroich(at)t-online.de stellen…

Die letzten Tage des NS-Regimes

In Grevenbroich war der Krieg seit März 1945 beendet, nachdem die Amerikaner im Zuge der Operation Grenade die Stadt befreit hatten. Im übrigen Deutschland sollte es noch zwei Monate bis zur endgültigen Kapitulation dauern. 
Deutschlandfunk Kultur vollzieht die letzten Tage nach Hitlers Selbstmord am 30. April 1045 und seines Nachfolgers Admiral von Dönitz.

Der Podcast des Deutschlandfunks zu den letzten Kriegstagen:

Selbst nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 tagen Dönitz und seine “Regierung” noch zwei Wochen, als ob sie noch regieren würden.


Karl Dönitz, Festnahmekarte der US-Regierung vom 23. Juni 1945

Am 23. Mai 1945 beenden die Alliierten schließlich das absurde Schauspiel und verhaften Dönitz und seine Regierungsmannschaft. Er wurde im Zuge des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses zu zehn Jahren Haft verurteilt. 

 

 

Befreiung von Helmut Sachs (15 Jahre) aus Hemmerden!

Heute vor 75 Jahren wurde der Hemmerdener Helmut Sachs in Neustadt/Holstein befreit. Er war gerade erst 15 Jahre alt, seine gesamte Familie, seine Schwester Jenny, die Eltern Philipp und Henriette, waren im Holocaust ermordet worden. Ebenso wie Tanten und Onkel der Familien Theisebach, Aussen und Winter…
 
Hinter ihm lagen die Deportation in das Ghetto von Riga im Dezember 1941, das KZ Riga-Kaiserwald, das KZ Stutthof und ein Todesmarsch von dort in die Lübecker Bucht, zum Teil auch auf Kohlekähnen über See.
Noch als die Briten vor den Toren Neustadts standen und die Stadt Neustadt übergeben wurde, kam es wenige Stunden vor der Befreiung unter anderem durch den örtlichen Volkssturm, Marinekadetten der örtlichen Marineschule und SS-Bewachern zu einer „Jagd“ auf entflohene Stutthof-Häftlinge am Strand von Pelzerhaken…etwa 200 KZ-Insassen aus Stutthof wurden so noch kurz vor der Befreiung ermordet. Obwohl die Tätergruppen bekannt und zahlreiche Vorermittlungen stattfanden, wurde niemand zur Verantwortung gezogen. 2015 wurden die letzten Ermittlungen eingestellt.
 
Eigentlich sollten die Stutthof-Häftlinge auf den im Hafen von Neustadt liegenden Dampfer Athen verschifft  und zu dem in der Neustädter Bucht auf Rede liegenden Dampfer Thielbeck bzw. Cap Arkona transportiert werden. Die Cap Arkona wurde noch am 3. Mai 1945 durch einen tödlichen Irrtum von der britischen Luftwaffe versenkt. Die Biten hatten nicht erkannt, dass es sich um ein “schwimmendes KZ-Schiff” mit 7000 wehrlosen Opfern handelte, fast alle Häftlinge kamen ums Leben.
 
Mehr Infos zu der Cap-Arkona Katastrophe und denn Vorgängen am 3. Mai 1945 in Neustadt gibt es hier…
 
Der Todesmarsch vom KZ Stutthof in die Lübecker Bucht war kein Einzelfall. Überall wälzten sich die Todesmärsche mit KZ-Häftlingen zurück ins Reich. Einen Überblick über die verschiedenen Märsche in der Lübecker Bucht gibt es hier…
 
 
Helmut Sachs lebte  nach seiner Befreiung seit der Jahreswende 1945/46 für gut zwei Jahre in Hemmerden bei seiner Cousine Marianne Stern-Winter, ebenfalls Holocaustüberlebende aus Riga und Stutthof sowie einzige Überlebende ihrer Familie.
 
Nach Gründung des Staates Israel 1948 emigrierte Helmut Sachs für einige Jahre dorthin, bevor er Mitte der 1950er Jahre nach Hamburg zurückkehrte und dort bis zu seinem Tod 1981 lebte. 
 
Auf dem Mahnmal für die Holocaustopfer auf dem jüdischen Friedhof in Hemmerden ist auch die Familie Sachs verzeichnet
 
 
Derzeit gibt es einen Prozess gegen einen SS-Wachmann aus Stutthof vor dem Strafgericht in Hamburg. Er war nicht nur Aufseher im KZ, sondern begleitete auch die “Evakuierung” der KZ-Insasssen auf dem Seeweg nach Neustadt/Holstein. Der Angeklagte ist heute über 90 Jahre alt, das Verfahren läuft aber nach Jugendstrafrecht, da er zum Zeitpunkt der Taten minderjährig war.
Das Verfahren kommt spät, vielleicht zu spät. Aber: Mord verjährt nie…
 
Heute erinnert auch ein Museum und zahlreiche Friedhöfe und Denkmäler an die Ereignisse in Neustadt:
 
 
Beitrags-Foto: Muzeum Stutthof/Stutthof Museum Todesmarsch Stutthof-Neustadt Mai 1945 Einschiffung Kohlekahn.

Geschichte der Maschinenfabrik – Teil 1

Das Museum Villa Erckens hat wieder einmal unsere Stadtgeschichte hör- und erlebbar gemacht und einem Online-Beitrag zur Geschichte der Maschinenfabrik veröffentlicht. Diesen wollen wir Ihnen auch an dieser Stelle nicht vorenthalten. 

Zuckertechnik für den Weltmarkt – die Geschichte der Maschinenfabrik Grevenbroih

Ab Mittwoch, 13. Mai wird auch die Villa wieder ihre Türen öffnen dürfen – natürlich unter hygienischen Auflagen und mit dem gebotenen Abstand. Mehr darüber erfahrt ihr hier in den nächsten Tagen. Damit Euch die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, haben wir einen weiteren kleinen digitalen Beitrag vorbereitet. Zum 1. Mai als dem „Tag der Arbeit“ widmet sich unser filmischer Streifzug der Grevenbroicher Maschinenfabrik an der Lindenstrasse, die später mit dem Namen Buckau R. Wolf verbunden war und unsere Stadt mehr als ein Jahrhundert geprägt hat.

Gepostet von Villa Erckens – Museum der Niederrheinischen Seele am Freitag, 1. Mai 2020

Besuchen Sie unbedingt die Villa Erckens –  Museum der Niederrheinischen Seele wieder, wenn sie ab Mittwoch, 13. Mai 2020 ihre Türen wieder öffnet – natürlich unter hygienischen Auflagen und mit dem gebotenen Abstand. Dort gibt es viele interessante Beiträge unter anderem auch zur lokalen Wirtschaftsgeschichte… 

Tag der Arbeit – 1. Mai

Kleine Geschichtsstunde zum 1. Mai in Deutschland:
Nachdem die Arbeiter in den USA nach einem teilweise blutigen Generalstreik zum 1. Mai 1890 die auf 8 Std. tägl. verkürzte Arbeitszeit durchgesetzt hatten, wurde der 1. Mai auch in Deutschland zum Tag der Arbeiterklasse für den 8-Stunden-Tag.

Das sogenannte „Sozialistengesetz“ von 1878 untersagte alle sozialistischen, sozialdemokratischen und kommunistischen Versammlungen, wenn dabei die soziale Lage unter Beschuss genommen oder das politische System in Zweifel gezogen wurde.

Trotzdem gingen am 1. Mai 1890 bereits 100.000 Arbeiter in den Großstädten Berlin, Hamburg und Dresden (und nicht nur da) auf die Straße.
Der Streik in Hamburg zog sich bis in den Sommer hinein, zeitweise beteiligten sich 20.000 Arbeiter und Arbeiterinnen daran, sie blieben jedoch bis 1918 erfolglos.

Die SPD kämpfte in den Jahren danach darum, den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag einzuführen.
Die Nationalversammlung der Weimarer Republik erklärte 1919 den 1. Mai zum “Tag der Arbeit” und deutschlandweit zum gesetzlichen Feiertag, jedoch nur für das Jahr 1919.
In den folgenden Jahren war der Tag der Arbeit nur in Lübeck, Sachsen und Schaumburg-Lippe ein gesetzlicher Feiertag.

Auch wenn es kein offizieller Feiertag war, galt der Tag der Arbeit fortan den Gewerkschaften mit Maifeiern und politischen Aktionen

Als dauerhaften gesetzlichen Feiertag für das ganze Land riefen die Nationalsozialisten den 1. Mai im Jahr 1933 als „Feiertag der Nationalen Arbeit“ aus.
Nach dem Ende des Krieges behielten die Siegermächte den 1. Mai als Tag der Arbeit und als gesetzlichen Feiertag bei.

Interessant ist dabei, dass der 1. Mai in seinem Ursprungsland USA kein offizieller Feiertag ist, dort wird der „Labour-Day“ am 1. September gefeiert.

DANKE an den Verein Lobby für Demokratie für die Zusammenfassung…


Ein Grund zum Schwärmen…

Gerne erinnern wir an dieser Stelle an den Bienenzuchtverein Grevenbroich, den es in diesem Jahr nun bereits über 130 Jahre gibt.

Der Bienenzuchtverein Grevenbroich und Umgebung wurde 1889 durch den Lehrer Anton Schulzen gegründet. Der Hauptlehrer, der von 1887 bis 1902 an der Volksschule Neurath unterrichtete, war von 1889 bis 1896 1. Vorsitzender des Vereins. In dieser Gründungsphase war der Verein mit 153 Mitgliedern der mitgliederstärkste in der ganzen Rheinprovinz. Im Jahre 1896 erfolgte dann die Aufteilung in sechs eigenständige Bienenzuchtvereine:
Schloss Dyck, Grevenbroich, Hoisten, Otzenrath, Wanlo und Wevelinghoven.

Vereinsgründer Anton Schulzen war durch seine Tätigkeit als Imker in ganz Deutschland bekannt geworden. Ab 1895 fungierte Schulzen als Redakteur und Herausgeber der Rheinischen Bienenzeitung, die unter seiner Betreuung die Auflage von 2.100 auf 13.000 steigerte. 1904 veröffentlichte Anton Schulzen das Standardwerk „Der praktische Bienenzüchter“.

Die 2014 erschienene Festschrift zum 125-jährigen Bestehen des Bienenzuchtvereins ist erhältlich im Geschäft von Peter sei selig – Genusspunkt Küche oder als pdf herunterzuladen unter
http://bendbienen.de/festschrift