Familiengenealogie

“Wie viele bürgerliche Familien kennen die Namen und Schicksale ihrer Vorfahren der fünften Generation? Sicher nicht allzuviele, denn seit die Eintragungen in der Familienbibel außer Gebrauch gekommen sind, besteht keine häusliche Aufzeichnungsstelle mehr, und die mündliche Tradition reicht höchstens bis zu den Eltern der Großeltern eines Familienhauptes. Dies ist sehr zu bedauern, denn aus dem Bewußtsein tüchtiger Vorfahren wächst der richtige Familiensinn, das Streben, sich ihrer wert zu erhalten und auch die Kinder wieder im selben Geiste zu erziehen. Unsere hastig lebende und schnell vergessende Zeit hätte es sehr nötig, dies stark geschwundene Familienbewußtsein wieder zu pflegen, indem die Eltern niederschrieben, was sie von den Vorfahren wissen, und das Buch zur Wetterführung ihren Kindern hinterließen.”
So warb die seinerzeit populäre Zeitschrift Gartenlaube in einem Artikel 1899 (Heft 12/S.388) für das in Breslau im Verlag G.P. Adersholz neu erschienenen Buch “Familiengenealogie” von B. Leuschner.
Bis heute hat die Familiengenealogie ihre Faszination nicht verloren. Unser Arbeitskreis Familienforschung hätte heute wie jeden ersten Donnerstag eines Monats eine familiengenealogische Sprechstunde angeboten. Sie können Ihre Fragen aber auch per mail an familienforschung-grevenbroich(at)t-online.de stellen…

Die letzten Tage des NS-Regimes

In Grevenbroich war der Krieg seit März 1945 beendet, nachdem die Amerikaner im Zuge der Operation Grenade die Stadt befreit hatten. Im übrigen Deutschland sollte es noch zwei Monate bis zur endgültigen Kapitulation dauern. 
Deutschlandfunk Kultur vollzieht die letzten Tage nach Hitlers Selbstmord am 30. April 1045 und seines Nachfolgers Admiral von Dönitz.

Der Podcast des Deutschlandfunks zu den letzten Kriegstagen:

Selbst nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 tagen Dönitz und seine “Regierung” noch zwei Wochen, als ob sie noch regieren würden.


Karl Dönitz, Festnahmekarte der US-Regierung vom 23. Juni 1945

Am 23. Mai 1945 beenden die Alliierten schließlich das absurde Schauspiel und verhaften Dönitz und seine Regierungsmannschaft. Er wurde im Zuge des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses zu zehn Jahren Haft verurteilt. 

 

 

Befreiung von Helmut Sachs (15 Jahre) aus Hemmerden!

Heute vor 75 Jahren wurde der Hemmerdener Helmut Sachs in Neustadt/Holstein befreit. Er war gerade erst 15 Jahre alt, seine gesamte Familie, seine Schwester Jenny, die Eltern Philipp und Henriette, waren im Holocaust ermordet worden. Ebenso wie Tanten und Onkel der Familien Theisebach, Aussen und Winter…
 
Hinter ihm lagen die Deportation in das Ghetto von Riga im Dezember 1941, das KZ Riga-Kaiserwald, das KZ Stutthof und ein Todesmarsch von dort in die Lübecker Bucht, zum Teil auch auf Kohlekähnen über See.
Noch als die Briten vor den Toren Neustadts standen und die Stadt Neustadt übergeben wurde, kam es wenige Stunden vor der Befreiung unter anderem durch den örtlichen Volkssturm, Marinekadetten der örtlichen Marineschule und SS-Bewachern zu einer „Jagd“ auf entflohene Stutthof-Häftlinge am Strand von Pelzerhaken…etwa 200 KZ-Insassen aus Stutthof wurden so noch kurz vor der Befreiung ermordet. Obwohl die Tätergruppen bekannt und zahlreiche Vorermittlungen stattfanden, wurde niemand zur Verantwortung gezogen. 2015 wurden die letzten Ermittlungen eingestellt.
 
Eigentlich sollten die Stutthof-Häftlinge auf den im Hafen von Neustadt liegenden Dampfer Athen verschifft  und zu dem in der Neustädter Bucht auf Rede liegenden Dampfer Thielbeck bzw. Cap Arkona transportiert werden. Die Cap Arkona wurde noch am 3. Mai 1945 durch einen tödlichen Irrtum von der britischen Luftwaffe versenkt. Die Biten hatten nicht erkannt, dass es sich um ein “schwimmendes KZ-Schiff” mit 7000 wehrlosen Opfern handelte, fast alle Häftlinge kamen ums Leben.
 
Mehr Infos zu der Cap-Arkona Katastrophe und denn Vorgängen am 3. Mai 1945 in Neustadt gibt es hier…
 
Der Todesmarsch vom KZ Stutthof in die Lübecker Bucht war kein Einzelfall. Überall wälzten sich die Todesmärsche mit KZ-Häftlingen zurück ins Reich. Einen Überblick über die verschiedenen Märsche in der Lübecker Bucht gibt es hier…
 
 
Helmut Sachs lebte  nach seiner Befreiung seit der Jahreswende 1945/46 für gut zwei Jahre in Hemmerden bei seiner Cousine Marianne Stern-Winter, ebenfalls Holocaustüberlebende aus Riga und Stutthof sowie einzige Überlebende ihrer Familie.
 
Nach Gründung des Staates Israel 1948 emigrierte Helmut Sachs für einige Jahre dorthin, bevor er Mitte der 1950er Jahre nach Hamburg zurückkehrte und dort bis zu seinem Tod 1981 lebte. 
 
Auf dem Mahnmal für die Holocaustopfer auf dem jüdischen Friedhof in Hemmerden ist auch die Familie Sachs verzeichnet
 
 
Derzeit gibt es einen Prozess gegen einen SS-Wachmann aus Stutthof vor dem Strafgericht in Hamburg. Er war nicht nur Aufseher im KZ, sondern begleitete auch die “Evakuierung” der KZ-Insasssen auf dem Seeweg nach Neustadt/Holstein. Der Angeklagte ist heute über 90 Jahre alt, das Verfahren läuft aber nach Jugendstrafrecht, da er zum Zeitpunkt der Taten minderjährig war.
Das Verfahren kommt spät, vielleicht zu spät. Aber: Mord verjährt nie…
 
Heute erinnert auch ein Museum und zahlreiche Friedhöfe und Denkmäler an die Ereignisse in Neustadt:
 
 
Beitrags-Foto: Muzeum Stutthof/Stutthof Museum Todesmarsch Stutthof-Neustadt Mai 1945 Einschiffung Kohlekahn.

Geschichte der Maschinenfabrik – Teil 1

Das Museum Villa Erckens hat wieder einmal unsere Stadtgeschichte hör- und erlebbar gemacht und einem Online-Beitrag zur Geschichte der Maschinenfabrik veröffentlicht. Diesen wollen wir Ihnen auch an dieser Stelle nicht vorenthalten. 

Zuckertechnik für den Weltmarkt – die Geschichte der Maschinenfabrik Grevenbroih

Ab Mittwoch, 13. Mai wird auch die Villa wieder ihre Türen öffnen dürfen – natürlich unter hygienischen Auflagen und mit dem gebotenen Abstand. Mehr darüber erfahrt ihr hier in den nächsten Tagen. Damit Euch die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, haben wir einen weiteren kleinen digitalen Beitrag vorbereitet. Zum 1. Mai als dem „Tag der Arbeit“ widmet sich unser filmischer Streifzug der Grevenbroicher Maschinenfabrik an der Lindenstrasse, die später mit dem Namen Buckau R. Wolf verbunden war und unsere Stadt mehr als ein Jahrhundert geprägt hat.

Gepostet von Villa Erckens – Museum der Niederrheinischen Seele am Freitag, 1. Mai 2020

Besuchen Sie unbedingt die Villa Erckens –  Museum der Niederrheinischen Seele wieder, wenn sie ab Mittwoch, 13. Mai 2020 ihre Türen wieder öffnet – natürlich unter hygienischen Auflagen und mit dem gebotenen Abstand. Dort gibt es viele interessante Beiträge unter anderem auch zur lokalen Wirtschaftsgeschichte… 

Tag der Arbeit – 1. Mai

Kleine Geschichtsstunde zum 1. Mai in Deutschland:
Nachdem die Arbeiter in den USA nach einem teilweise blutigen Generalstreik zum 1. Mai 1890 die auf 8 Std. tägl. verkürzte Arbeitszeit durchgesetzt hatten, wurde der 1. Mai auch in Deutschland zum Tag der Arbeiterklasse für den 8-Stunden-Tag.

Das sogenannte „Sozialistengesetz“ von 1878 untersagte alle sozialistischen, sozialdemokratischen und kommunistischen Versammlungen, wenn dabei die soziale Lage unter Beschuss genommen oder das politische System in Zweifel gezogen wurde.

Trotzdem gingen am 1. Mai 1890 bereits 100.000 Arbeiter in den Großstädten Berlin, Hamburg und Dresden (und nicht nur da) auf die Straße.
Der Streik in Hamburg zog sich bis in den Sommer hinein, zeitweise beteiligten sich 20.000 Arbeiter und Arbeiterinnen daran, sie blieben jedoch bis 1918 erfolglos.

Die SPD kämpfte in den Jahren danach darum, den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag einzuführen.
Die Nationalversammlung der Weimarer Republik erklärte 1919 den 1. Mai zum “Tag der Arbeit” und deutschlandweit zum gesetzlichen Feiertag, jedoch nur für das Jahr 1919.
In den folgenden Jahren war der Tag der Arbeit nur in Lübeck, Sachsen und Schaumburg-Lippe ein gesetzlicher Feiertag.

Auch wenn es kein offizieller Feiertag war, galt der Tag der Arbeit fortan den Gewerkschaften mit Maifeiern und politischen Aktionen

Als dauerhaften gesetzlichen Feiertag für das ganze Land riefen die Nationalsozialisten den 1. Mai im Jahr 1933 als „Feiertag der Nationalen Arbeit“ aus.
Nach dem Ende des Krieges behielten die Siegermächte den 1. Mai als Tag der Arbeit und als gesetzlichen Feiertag bei.

Interessant ist dabei, dass der 1. Mai in seinem Ursprungsland USA kein offizieller Feiertag ist, dort wird der „Labour-Day“ am 1. September gefeiert.

DANKE an den Verein Lobby für Demokratie für die Zusammenfassung…


Ein Grund zum Schwärmen…

Gerne erinnern wir an dieser Stelle an den Bienenzuchtverein Grevenbroich, den es in diesem Jahr nun bereits über 130 Jahre gibt.

Der Bienenzuchtverein Grevenbroich und Umgebung wurde 1889 durch den Lehrer Anton Schulzen gegründet. Der Hauptlehrer, der von 1887 bis 1902 an der Volksschule Neurath unterrichtete, war von 1889 bis 1896 1. Vorsitzender des Vereins. In dieser Gründungsphase war der Verein mit 153 Mitgliedern der mitgliederstärkste in der ganzen Rheinprovinz. Im Jahre 1896 erfolgte dann die Aufteilung in sechs eigenständige Bienenzuchtvereine:
Schloss Dyck, Grevenbroich, Hoisten, Otzenrath, Wanlo und Wevelinghoven.

Vereinsgründer Anton Schulzen war durch seine Tätigkeit als Imker in ganz Deutschland bekannt geworden. Ab 1895 fungierte Schulzen als Redakteur und Herausgeber der Rheinischen Bienenzeitung, die unter seiner Betreuung die Auflage von 2.100 auf 13.000 steigerte. 1904 veröffentlichte Anton Schulzen das Standardwerk „Der praktische Bienenzüchter“.

Die 2014 erschienene Festschrift zum 125-jährigen Bestehen des Bienenzuchtvereins ist erhältlich im Geschäft von Peter sei selig – Genusspunkt Küche oder als pdf herunterzuladen unter
http://bendbienen.de/festschrift

WIR FEIERN DAS LESEN!

Heute ist Welttag des Buches!
Wann haben Sie zuletzt ein Buch in der Hand gehalten…?!?
Bald nach der Gründung des Vereins startete der Verein eine eigene Veröffentlichungsreihe. Der erste Band der neuen Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Grevenbroich“ erschien 1979. Mittlerweile sind alleine in dieser Reihe 25 Bände erschienen. Außerdem konnten neben dieser Reihe von Sammelbänden auch Monografien zur Geschichte der Stadt Grevenbroich sowie zu einzelnen Spezialthemen der Grevenbroicher Geschichte wie zum Beispiel “Grevenbroicher Gesichter – Jüdisches Leben in der Stadt Grevenbroich” vorgelegt werden.
Unsere Publikationen sind im örtlichen Buchhandel erhältlich, aber auch über den Verein. Weitere Infos gibt es hier…

Besuch bei/visit to/visite à/bezoek bij/wizyta u kogoś Marianne!

Am 21. April 2020 wird in vielen Ländern Yom HaShoah – Holocaustgedenktag – begangen. Wir gedenken der über 200 in Grevenbroich geborenen Jüdinnen und Juden, die auf dem heutigen Stadtgebiet geboren und im Holocaust ermordet wurden. Und wir erinnern uns an die wenigen Überlebenden der Shoah aus Grevenbroich, die täglich mit ihrem Überleben kämpfen mussten und deren Nachfahren heute noch auf der ganzen Welt ihrer Angehörigen gedenken…
www.marianne-stern.de

Besuch bei Marianne. Visit to Marianne. Visite à Marianne. Bezoek bij Marianne. Wizyta u kogoś Marianne!www.marianne-stern.de

Gepostet von Jüdischer Friedhof Hemmerden am Sonntag, 5. April 2020

Eine Übersicht zu den Holocaustopfern aus Grevenbroich gibt es hier:
www.juden-grevenbroich.de
Für diejenigen, die ihren letzten freiwilligen Lebensmittelpunkt in Grevenbroich hatten, gibt es viele Stolpersteine:
www.stolpersteine-grevenbroich.de
Die nächste Stolpersteinverlegung mit Gunter Demnig findet am 19. Juni 2020 in Hülchrath für Mutter und Tochter Julie und Cilly Hirsch (Claessens), in der Stadtmitte für Mutter und ihre fünfjährige Tochter Edith und Hannelore Burrack und in Gindorf für Religionslehrer Alexander Baum und seine beiden Töchter Frieda und Caroline statt. 

 

Der Niederrhein-Impact: Einschlag aus dem Weltraum ins Land zwischen Maas und Rhein

Müssen wir Angst haben, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt?!?

Dieser vermutlich meteoritische Brocken wurde am 10. April 2018 als Oberflächenfund im Rhein-Kreis Neuss, NRW, geborgen. Gewicht 26 kg, Maße ca. 45 cm x 30 cm; Dichte 4,72 g/cm3; stark magnetisch. Es dürfte sich um ein basaltisches Objekt (das bisher größte) mit reichlich Einschlüssen von nativem Eisen handeln. Interessant noch eine partiell erhaltene regmaglyptische Oberflächenskulptur, die typisch für Meteorite ist, die durch Reibungsschmelze beim Flug durch die Atmosphäre entsteht.
© G. Waldmann
Quelle hier…

Eigentlich wollten wir heute in einem Vortrag von Dr. Georg Waldmann dieser Frage nachgehen. Denn vor ca. 600.000 Jahren kam es vermutlich zu einem großen Meteoriteneinschlag im Land zwischen Rhein und Maas. Hier ein Bericht von Friedhelm Ruf aus der NGZ vom 24.4.2018 hierzu:

Die Geschichte ist damals von keinem aufgeschrieben worden. Aber dennoch lohnt es sich, sie zu erzählen. Es ist eine alte Geschichte, eine sehr alte. Sie beginnt an einem Tag vor 600.000 Jahren, als es den heutigen Menschen noch gar nicht gab. So hätte nur Homo erectus, der Vorläufer des Neandertalers und des Homo sapiens, das Geschehen erleben können, das sich über dem südlichen linken Niederrhein ereignete. Ein Meteorit kam mit gewaltigem Getöse herangebraust und streute seine Splitter über das Land. “Es kam wohl von einem Meteor, der aus losem Gestein eine lockere Verbindung eingegangen war”, sagt Georg Waldmann. Der Biologe und Geologe hat die Spuren eines Einschlags in der Landschaft rund um seine Heimat Korschenbroich entdeckt. Dabei handelt es sich um Basaltgestein, das natives Eisen enthält. “Das kommt so auf der Erde gar nicht vor.” Zudem haben die Steine, die Georg Waldmann gefunden hat, eine scharfkantige Oberfläche mit Einkerbungen und Zerklüftungen.

Ein Stein, der eine lange Geschichte auf der Erde hat, wird entweder in Flüssen oder Bächen glatt geschliffen. Oder er wird in einem Eiskörper mitgeschoben und glattgehobelt. Solche glatten Basaltsteine finden sich auch rund um Korschenbroich. Sie sind auf jeden Fall mit Wasser in Berührung gekommen. Ob es Eis war, ist für Georg Waldmann bislang noch eine offene Frage. Eine der Eiszeiten, und zwar jene, die vor etwa 650.000 Jahren endete, kam nach heutigen Erkenntnissen sogar bis nach Korschenbroich. Daher sind die später eingeschlagenen Meteoriten auch nicht glatt gehobelt.

Eine Besonderheit in der Stadt ist der Liedberg mit seinem Sandgestein und Quarzit. Es war das Meer, das vor etwa 37 Millionen Jahren diesen Sand staute, als es bis nach Köln vordrang. “Der Liedberg wurde in der vor 650.000 Jahren beendeten Eiszeit vom Inlandeis freigehobelt,” vermutet Waldmann.

Der Geologe hat die Gesteine in seiner Umgebung seit Jahren genau beobachtet. Inzwischen hat er mehr als 10.000 Stücke in Kisten gesammelt, um zu dokumentieren, welche Gesteine am südlichen Niederrhein gefunden werden können. Darunter sind auch die ungewöhnlichen Relikte aus dem Weltraum. Der Geologe informierte Kollegen von seinen Funden, so dass die Dokumentation ein Gemeinschaftswerk wurde. Außer Georg Waldmann sind das Friedel Herten, Michael Hiltl und Kord Ernstson, Professor für Impaktforschung, also das Aufspüren von Meteoriten oder anderen Objekten aus dem Weltall. Auf einer Wissenschaftskonferenz im amerikanischen Houston wurden die Funde Waldmanns vorgestellt. Denn es sind ungewöhnliche Entdeckungen. Die Forschung steht noch ganz am Anfang. Für Georg Waldmann sind etwa die vielen Wasserschlösser in der Region durchaus Hinweise auf Einschlagsergebnisse. “Die meisten Schlösser liegen erhöht auf einer Kuppe, von Wasser umgeben. Aus größerer Entfernung gesehen, sind das runde Löcher, die Kuppen könnten bei einem Meteoriteneinschlag entstanden sein.”

“Wo das Gestein genau herkommt, können wir noch nicht sagen”, meint Waldmann. Die meisten bisher auf der Erde gefundenen Meteoriten sind Bruchstücke aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Aber ihren Ursprung könnten die von Waldmann gefundenen Objekte auch auf Mond oder Mars haben. Wenn nämlich dort ein Gestein aufprallt, entstehen Splitter, die zuweilen von der Erde aufgefangen werden. Die meisten Meteoriten verglühen aufgrund ihrer Größe in der Atmosphäre, manche kommen durch und landen zumeist im Meer. Jedes Jahr werden – allerdings nur wenige – Einschläge auf der Erde wahrgenommen. Großen Schaden richtet ein Meteorit nur selten an. Deshalb muss auch niemand die Angst des Häuptlings Majestix aus den Asterix-Comics haben, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Quelle:
Friedhelm Ruf, NGZ 24.4.2018, Korschenbroich, Wie der Meteorit ins Pferdsbruch kam

Neugierig geworden?!? Hier gibt es weitere interessante Informationen zum Thema:

www.niederrheinimpakt.de/

www.faz.net/aktuell/wissen/weltraum/sensationsfunde-zwei-neue-meteoriteneinschlaege-entdeckt-15545733.html

Eine Kurzübersischt der in Texas am 23. März 2018 von Dr. Georg Waldmann und seinen Kollegen vorgestellten Ergebnisse finden Sie hier:
(in Englisch)

Lunar & Planetary Science Conference (LPSC) 19. – 23. März, 2018, The Woodlands, Texas, USA – Poster Präsentationen über neue Impakte

Frohe Ostern! Als Ostern noch die Post abging…

Allen ein frohes Osterfest!
 
Historische Ostergrüße gibt es hier in einer Fotostrecke des Spiegels “Als Ostern noch die Post abging…”.
 
Sie finden dort auch die Bildpostkarte Frau mit Ei und Weidenkätzchen aus der Sammlung Weiss; dort heißt es: In einem absurden Setting wird die Frau auf dieser Osterpostkarte drapiert – Hauptsache, Ei und Frühlingsblüher fehlen nicht.
 
Sie können auch virtuell die Ausstellung des Museums in Neukirchen-Vluyn besuchen, die sich ebenfalls mit historischen Osterkarten beschäftigt…